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Jan 18 2013

Buchrezension: Knaurs kurioser Weltatlas

Hallo!

 

Als ich die Infomail zu diesem Buch bekam war ich begeistert: Knaurs kurioser Weltatlas. Ein Atlas! Immerhin studiere ich Lehramt Geographie, da hat man viel mit Atlanten zu tun. So hoffte ich also auf einen kurzweiligen, witzigen Atlas, der mich zum Lachen bringt und den man gaaaaanz vielleicht sogar mal in der Schule einsetzen könnte.

Die Vorderseite hat mich mich dem Spruch “Mit 37 Grenzkonflikten zum Selberlösen” auch direkt zum Schmunzeln gebracht – wenn es denn so einfach wäre! ;)

Ähnlich wie im echten Atlas ist das Buch nach Kontinenten aufgebaut. Im Gegensatz zu richtigen Atlanten wird in “Knaurs kurioser Weltatlas” allerdings Seite für Seite ein Land durch den Kakao gezogen – von Deutschland, über Israel und Mali, hin zu Venezuela, jedes Land bekommt eine ordentliche Portion fragwürdigen Humors ab.

Mit vielen Bildern, aber leider keinem allzu hohen Anspruch auf Genauigkeit werden die Länder vorgestellt – oder besser gesagt ins Lächerliche gezogen. Ich habe oft schon einen sehr schlimmen Humor, aber was dieser “Atlas” bietet ist für meinen Geschmack stellenweise echt unterstes Niveau. Dazu kommt noch, dass auch die Recherchearbeit zu Wünschen übrig lässt, denn laut Knaurs kuriosem Weltatlas liegt das weltgrößte Metal-Festival in Nordrheinwestfalen – das ist mir absolut neu, denn das kleine Örtchen Wacken, weltweit bekannt für das Metal-Festival “Wacken Open Air” liegt im tiefsten Schleswig-Holstein.

Neben einer Menge Klischees findet man auch schlechte Wortspiele auf bald jeder Seite, so hat zum Beispiel der deutsche Schuhladen laut Kommentar “Absatzprobleme”.

Mit einigen, wenigen Dingen trifft Knaurs kurioser Weltatlas aber auch den Nagel auf den Kopf: So zieht man zum Beispiel über die (Un?!)Pünktlichkeit der Deutschen Bahn her, die uns allen vermutlich ein nur zu bekanntes Leid ist. Viel zu häufig wird sich jedoch über Tod, Leiden und Katastrophen lustig gemacht. Das ist für mich eine Art Humor, die ich überhaupt nicht mag, denn wenn zum Beispiel über 200.000 Menschen bei einer Flutkatastrophe sterben, dann macht man darüber keine Witze – auch nicht 8 Jahre später und erst recht nicht, wenn die betroffenen Regionen sich bis heute noch nicht wieder erholt haben. Auch auf religiösen und gesellschaftlichen Randgruppen wieder immer wieder herumgehackt – eine weitere Art von Humor, den ich ablehne.

Fazit: Ich weiß nicht so recht, ob ich enttäuscht sein soll oder schockiert, aber mein Geschmack wurde mit diesem Werk leider nicht getroffen. Aber wie heißt es immer so schön? Humor ist Geschmackssache – vermutlich können Andere diesem Atlas etwas abgewinnen, ich kann es aber leider nicht.

LG, Deli

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