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Jan 20 2015

Besuch bei Maggi: Wie ich vom absoluten Skeptiker zum “immer noch, aber etwas weniger”-Skeptiker wurde

Klar kennt jeder die Marke Maggi und auch ich bin mit Produkten des Unternehmens groß geworden: Gab es Zuhause Suppen oder Eintöpfe, so stand immer Maggi Würze auf dem Tisch und manchmal aß mein Vater Margarinebrot mit Tomatenscheiben und Maggi (und ich dann Margarinebrot mit Maggi, weil ich rohe Tomaten doof finde).

Je älter ich wurde, desto mehr begann ich mich mit Themen wie Kochen, Lebensmitteln und Zusatzstoffen zu beschäftigen. Und je mehr ich dies tat, desto unbeliebter wurden bei mir Konzerne wie Maggi und Knorr, die so ziemlich jedes ihrer Produkte mit Zusatzstoffen zubomben.

Von Glutamat zu Hefeextrakt

Mein absoluter Hassgegner: Glutamat, der künstlich gewonnene Geschmacksverstärker, der sich in der Mehrheit der Fertigprodukte finden lässt. Vor einiger Zeit fand dann jedoch ein Umdenken der Konsumenten statt: Glutamat war plötzlich dank der Medien als böse und schädlich verschrien. In der Produktion begann man daher Glutamat mit Hefeextrakt zu ersetzen. Aber: Auch in Hefeextrakt ist Glutamat enthalten, nur dass Hefeextrakt im Gegensatz zu Glutamat als natürlicher Geschmacksverstärker gilt. So ziert heute die Produkte der Slogan “Ohne künstliche Geschmacksverstärker”. Es ist also kein Glutamat mehr enthalten, aber dafür eben Hefeextrakt – wir haben im Prinzip schlichtweg das eine Übel gegen das andere ausgetauscht.

Einladung ins Maggi-Werk

Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich von Glutamat und Hefeextrakt nichts halte und dies auch hier auf dem Blog bereits des Öfteren laut und deutlich kommuniziert. Umso überraschter war ich daher als ich ausgerechnet von Maggi eine Einladung erhielt zur Werksbesichtigung zu kommen. Was tun? Nicht hingehen, weil ich ja Glutamat und Hefeextrakt prinzipiell doof finde? Oder deshalb erst recht hingehen und der Sache mal ein wenig auf den Zahn fühlen? Wie so oft hat bei mir dann doch die Neugier gesiegt und zum “Tag der Qualität” ging es daher ins Maggi-Werk Conow.

Quelle: Maggi (Fotografieren im Werk war leider nicht erlaubt)

Mir war klar, dass das ganze Event natürlich zu Marketing- und PR-Zwecken dienen sollte und erwartete mir deshalb hauptsächlich das übliche Weichspülprogramm bezüglich Produktqualität, Zusatzstoffen und Co.

Umso mehr wurde ich dann aber davon überrascht, wie offen und ehrlich der Umgang mit meinen Fragen bei Maggi war: Nach Möglichkeit wurden die Fragen direkt vor Ort beantwortet und war dies nicht möglich, so kam kurz darauf die Antwort per Mail.

Bei der Führung durchs Werk fragten insbesondere Dirk von Gourmet-Blog.de und ich immer wieder besonders kritisch nach: Warum verwendet man beim Pesto keine höherwertigeren Zutaten? Was genau versteckt sich hinter dem Begriff “Hartkäse”? Welche Zutaten werden von wo bezogen? Und Hand aufs Herz: Was ist die Unternehmensphilosophie zum großen Streitthema Geschmacksverstärker?

Quelle: Maggi

So durften wir während der Werksbesichtigung auch einen genauen Blick auf die Zutaten werfen, mit denen gerade Maggi Topfinito “Chilli con Carne” hergestellt wurde. Auch hier war ich im Großen und Ganzen positiv überrascht: Die Gewürze machten einen sehr guten Eindruck, das Gemüse sah qualitativ einwandfrei aus und schmeckte auch gut. Einzig das Fleisch gefiel mir nicht so gut – der Fettanteil war viel zu hoch.

Quelle:Maggi

Geht der Trend weg von Geschmacksverstärkern?

Ich konnte meinen Ohren kaum glauben, als ich das hörte: Der Trend geht weg von Glutamat! Zwar dauert es, so ein großes Unternehmen wie Maggi umzustellen, aber nach Möglichkeit wird auf Geschmacksverstärker verzichtet und natürliche Produktalternativen entwickelt.

Besonders interessant war für mich daher eine neue Produktreihe von Maggi, die vor Kurzem an den Start gegangen ist: Maggi “Purer Genuss” Fond in den Sorten Geflügel, Rind und Gemüse. Diese Fonds sind nur mit den Zutaten zubereitet, die ich auch Zuhause verwenden würde: Wasser, Salz, Kräuter und Gewürze, Gemüse und ggf. Fleisch – kein Glutamat, kein Hefeextrakt.

Das hat mich neugierig gemacht, und so erhielt ich auf Anfrage eine Liste aller Maggi-Produkte, die bereits jetzt ohne Glutamat und Hefeextrakt produziert werden:

 Maggi-Produkte ohne Glutamat und Hefeextrakt:

 

–          MAGGI Kartoffel-Püree – Das Komplette

–          MAGGI Kartoffel-Püree – Das Lockere

–          MAGGI Pures Püree

–          MAGGI Stampf Kartoffeln

–          MAGGI Kartoffelknödel Halb & Halb, im Kochbeutel

–          MAGGI Semmel-Knödel

–          MAGGI So Saftig Braten im Papyrus Würzpapier Italienische Kräuter Hähnchenbrustfilet

–          MAGGI So Saftig Braten im Papyrus Würzpapier Knoblauch Schweineminutensteaks

–          MAGGI So Saftig Braten im Papyrus Würzpapier Paprika Hähnchenbrustfilet

–          MAGGI Natur Pur Bio Gemüsebrühe

–          MAGGI NaturPur Bio Hühnerbrühe

–          MAGGI Internationale Würzsauce Magic Asia Sauce

–          MAGGI Internationale Würzsauce Texicana Salsa

–          MAGGI Internationale Würzsauce Texicana Salsa Extra Hot

–          MAGGI Fond Geflügel

–          MAGGI Fond Gemüse

-          MAGGI Fond Rind

                                           (Quelle: Maggi)

So beobachte ich interessiert weiter die Entwicklung bei Maggi – wohl wissend, dass ich jetzt einen ehrlichen und aufrichtigen Kontakt ins Unternehmen habe, um auch mal unangnehme Fragen zu stellen und nachzuforschen. Glutamat- und somit Maggi-Skeptiker bin ich immernoch, aber die “Purer Genuss” Fonds eröffnen eine neue und schmackhafte Perspektive, die das Unternehmen in Zukunft hoffentlich noch weiter ausbauen wird.

1 Ping

    1. Kochprojekt: Frische Rezepte mit GEFRO Balance » Testerlounge

      […] viel gesünder, vielleicht wurde dieses Mal ja auf Geschmacksverstärker verzichtet? Selbst bei Konzernriese Maggi scheint Stück für Stück ein Umdenken einzutreten, und das “So saftig braten” Papyrus finde ich irgendwie so unkompliziert und cool, dass […]

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