Produkttest: Ribcap

Hey,

heute gibt‘s eine Review für alle, die sich gerne auf zwei Rädern, drei Rädern, Kufen, Skiern oder Boards fortbewegen.

Meine Co-Testerin und ich, beide begeisterte Radfahrer, waren auf der Suche nach einem Ersatz für unsere Fahrradhelme. Klar, sie sind praktisch, halbwegs komfortabel zu tragen und bilden eine beruhigende Knautschzone zwischen Schädel und Radweg/anderen Verkehrsteilnehmern/tiefhängenden Ästen – ästhetisch liegen sie meist jedoch gleichauf mit Crocs und ballonseidenen Trainingsanzügen: zweckmäßig und pottenhässlich. Die einzige Art, diese Plastikdeckel zu tragen und keinen Stilbruch zu begehen wäre bei der Tour de France, während man sich auf seinem Leichtbaurad irgendwo in den französischen Alpen die Lunge aus dem Leib trampelt. Beim gemütlichen Stadtbummel oder Sonntagsausflug möchte ich aber nicht aussehen, als wollte ich gerade einen Zeitfahrrekord aufstellen.

Einen komplett neuen Ansatz habe ich schließlich bei Ribcap gefunden. Die Ribcap ist ein textiler Fahrradhelm. Das heißt nicht, dass man einen normalen Fahrradhelm genommen und ihn großzügig mit Cordstoff bespannt hat – die Ribcap sieht wirklich aus wie eine gepolsterte Kappe aus feinem Wollstoff.

Das sieht nicht nur enorm schick aus, sondern ist auch noch sehr angenehm zu tragen. Und Praktisch! Die Ribcap ist nämlich einer der ersten faltbaren Fahrradhelme. Sie verzichtet auf die bekannte Styroporschale und ersetzt diese durch acht schützende, formbare Lamellen. Damit lässt sie sich in etwa auf die Größe eines Hardcoverromanes zusammenfalten.

Die Technik dahinter, mit der die Ribcap elastisch und schützend zugleich bleibt, nennt sich Softprotection. Die Lamellen, die ihr auf den Bildern sehen könnt, bestehen unter ihrem Wollstrickbezug aus einem viscoelastischem Schockabsorber, oder, etwas verständlicher: aus einem offenporigen Schaumstoff, der bei einem Aufprall die Energie aufnimmt und gleichmäßig verteilt. Mit einem gewöhnlichen Polsterschaumstoff hat das wenig zu tun – das Material, aus dem die Ribcap im Inneren besteht lässt sich zwar von Hand verformen und passt sich eurer Kopfform an, auf einen plötzlichen Schlag reagiert es jedoch fest. Vorstellen kann man sich wie bei einer Wasseroberfläche, die bei langsamem Eintauchen keinen Widerstand bietet – bei einem Bauchklatscher vom 5-Meter-Brett allerdings hart wie ein Brett wirkt.

Genug der technischen Details, wenn Ihr darüber mehr erfahren wollt findet ihr auf der Homepage der Firma Ribcap noch allerhand Erklärungen und Tests. Ich und meine Mittesterin waren gespannt darauf, wie sich die Ribcap im Alltag bewährt.  Die Firma Ribcap war so freundlich, uns zwei Testexemplare zur Verfügung zu stellen. Vorher wurden wir nach unserem Kopfumfang befragt, da die Ribcap, im Gegensatz zu herkömmlichen Helmen, nicht nachträglich angepasst wird, sondern wie andere hochwertige Kopfbedeckungen in eurer passenden Größe geliefert wird – von Kindergrößen bis ganz groß.

Ich bekam also eine dunkelbraune, meine Co-Testerin eine hellblaue Ribcap, Modell Jackson. Der  elegante Schubkarton, in dem die Ribcap geliefert wurde, ließ schon einmal grob die Maße der gefalteten Ribcap erahnen. Ausgepackt und aufgefaltet offenbarten unsere Ribcaps dann ihr schickes Design und durchdachten Details.

Äusserlich erinnerten unsere Modelle ein wenig an Polokappen, was ihnen einen nostalgischen Vintage-Touch verleiht. Der Schirm über der Stirn lässt sich flach an die Stirn klappen, heruntergezogen bildet er ein willkommenen Sonnenschutz. Ohren und Nacken werden durch einen angenehm am Kopf anliegenden, weichen Schirm vor Fahrtwind geschützt. Der beiliegende Kinnriemen ist schnell an zwei flachen Ösen an der Seite der Ribcap befestigt, lässt sich aber auch nach belieben schnell wieder abnehmen. Im Inneren ist die Ribcap mit einem Fleecestoff ausgekleidet. Bemerkenswert daran war, dass dieser auch auf Dauer bequem zu tragen ist, sodass man sogar schonmal vergessen kann, dass man gerade einen Kopfschutz trägt.

Optisch wurden wir wirklich positiv überrascht. Im Vergleich zu einer Wollmütze trägt die Ribcap natürlich etwas auf, dennoch ist sie durch ihre Gestaltung und genaue Passform noch so schlank, dass sie mehr nach Kleidungsstück denn nach Sportequipment aussieht. Vielmehr noch, gerade in Kombination mit einem edlerem Outfit kann sie ihre geschmackvolle Form ganz ausspielen. Neugierige und bewundernde Blicke sind jedenfalls garantiert.

Eine kleine Schwäche besteht darin, dass es einem bei gesteigerter Aktivität oder Sonnenschein schon einmal warm werden kann unter der Ribcap. Wir fanden das bisher aber relativ unerheblich, da wir mit unseren Ribcaps ohnehin keine Geschwindigkeitsrekorde brechen, sondern gechillt cruisen möchten. Ein für uns als Radfahrer willkommener Nebeneffekt: durch das Gefühl, keinen „festen“ Sturzhelm zu tragen gerät man nicht so leicht in Versuchung, seine Geschwindigkeit zu unterschätzen; Man bleibt leichter bei einem angenehmen Fahrtempo und behält einen offenen Blick für seine Umwelt. Wer trotzdem sichergehen möchte, einen kühlen Kopf zu bewahren, für den bietet die Firma Ribcap mit dem Modell „Fox“ eine atmungsaktive und kühlende Ribcap an.

Im „Lookbook“ der Firmenhomepage findet man noch viele weitere Designs; Plüschgefüttert (Modell Harris) oder ganz plüschig (Björk); Als Beanie oder Bommelmütze (Dylan oder Redding) oder mit angesetzter Gesichtsmaske für die ganz kalten Tage (Palmer). Preislich bewegen sich die Ribcaps, je nach Modell, zwischen 59€ und 86€ – also ähnlich wie für einen „normalen“ Fahrradhelm.

Fazit: Wir sind auf jeden Fall Fans der Ribcap geworden. Unsere Hartschalenhelme haben zwar noch nicht völlig ausgedient, aber zu gemütlichen Radtouren oder an kalten Tagen sind unsere Caps für uns unersetzlich geworden.

Bis dann!

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