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Jan 13 2015

Unterwegs im neuen Hyundai i20: Die Expertenmeinung

Während meiner Testwoche mit dem neuen Hyundai i20 erlaubte ich es auch einigen Gastfahrern am Steuer des Wagens Platz zu nehmen. Einer davon war MB, der in der Autobranche tätig ist und so aus einem ganz anderen Blickwinkel etwas zur Testfahrt mit dem i20 beitragen kann:

Da stand er nun in der etwas unvorteilhaften Farbkombination Mandarin Orange Metallic/Elegant Beige, der neue Hyundai i20 Style-Edition. Das neue Design steht dem i20 sehr gut, auch wenn man hier und da optische Anleihen der Mittbewerber erkennen kann. Gerade im direkten Vergleich zum Vorgänger ist der erste Eindruck erheblich wertiger geworden. Moderne Lichtelemente unterstreichen an der Front die stimmige Mimik und sorgen am Heck für gute Sichtbarkeit. Darüber hinaus erhöht sich durch diese ungewohnte Liebe zum Detail auch im Dunklen der Wiedererkennungswert.

Hyundai i20

Hyundai i20Im i20 Platz genommen fallen zuerst die angenehm konturierten und straff gepolsterten Vordersitze auf. Leider sind sowohl die Sitzflächen als auch die Rückenlehnen für Personen über 1,80m etwas kurz geraten. Eine angenehme Sitzposition ist dank höhenverstellbarem Fahrersitz und dem verstellbaren Lenkrad schnell gefunden, allerdings sitzen besagte größere Personen dann ein Stück hinter der B-Säule und somit auch hinter dem Sicherheitsgurt! Trotz der angepriesenen Entwicklung des Fahrzeugs in Deutschland ist Hyundai hier noch nicht in Europa angekommen.

Nichtsdestotrotz präsentiert sich der Innenraum in einer dem modernen und wertigen Äußeren angemessenen Aufmachung:

Hyundai i20 InnenraumDas Raumgefühl in der 1. Sitzreihe ist für die gegebenen Fahrzeugabmessungen sehr angenehm.  Trotz eines grandiosen Panorama-Glasdachs mit Schiebe-/Hebefunktion und elektrischem Dachhimmel  ist die Kopffreiheit absolut ausreichend. Die gut zugängliche Rücksitzbank ist klassenüblich eher für Kinder oder den Hund gedacht.

Die verarbeiteten Materialien überzeugen auf ganzer Linie. Sowohl die Türverkleidungen als auch das Armaturenbrett sind teilweise leicht aufgeschäumt und mit einer strukturierten Oberfläche versehen. Selbst die tieferliegenden Verkleidungen lassen keine Erinnerungen an vergangene Zeiten mit speckigem Hartplastik mehr zu. Auch die Bedienelemente sind sauber gearbeitet und überraschen, wie auch schon die Oberflächen, mit angenehmer Haptik.

Alles in allem ist das Cockpit übersichtlich gestaltet. Alle Schalter und Bedienknöpfe sind gut erreichbar und logisch verteilt. Auch das Lenkrad ist mit Bedienmöglichkeiten für diverse Funktionen ausgestattet.  Allerdings hat es Hyundai hier mit dem Funktionsumfang sehr gut gemeint – 4 Wippschalter sind einfach zu viel. Dafür sind sowohl die Bedientasten am Lenkrad als auch sämtliche anderen Schalter und Bedientasten beleuchtet. Hier kann man ganz klar die Mitbewerber zum Nachahmen auffordern.

Hyundai i20 LenkradIm Fahrbetrieb folgt jedoch die größte Überraschung: Es ist ausgesprochen ruhig im i20. Das ausgewogene Fahrwerk arbeitet selbst auf gröbstem Kopfsteinpflaster ohne Poltern, der genügsame und elastische Motor arbeitet unaufdringlich im Hintergrund und meldet sich erst bei hohen Drehzahlen etwas kratzig zu Wort. Auch das große Panoramadach macht keine Anstalten von den vorherrschenden Verwindungen im Dach lautstark Kund zu tun – Respekt! Einzig die Getriebeabstufung im 5. Und 6. Gang hätte etwas länger ausfallen können um das Drehzahlniveau auf der Autobahn weiter zu senken, denn von Windgeräuschen ist auch bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn nichts zu hören.

Wo Licht ist, ist leider immer auch Schatten. Beim Hyundai i20 im wahrsten Sinne des Wortes: zwar ist ein recht effektiv arbeitendes Abbiegelicht mit an Bord, allerdings kann selbiges nicht über das unzureichende Abblendlicht hinwegtäuschen.

Zu wenig Leuchtkraft, viel Streulicht und nicht homogene Ausleuchtung der Fahrbahn sind nur ein paar Attribute, deren Mängel man dem Sicherheitsfaktor Nummer eins in der Dunkelheit hier anlasten muss. Hier sollte der zukünftige i20-Fahrer schon beim Fahrzeugkauf fachliche Unterstützung bei der Auswahl leuchtstärkerer Austauschlampen erhalten. (Kleiner Tipp an die Hyundai-Häuser: Rüstet die Autos VOR der Auslieferung an den Kunden mit einem Satz hochwertiger Leuchtmittel aus. Eure Kunden werden es euch danken!)

Hyundai i20Apropos Beleuchtung, warum sich die Nebelschlussleuchte OHNE die Nebelscheinwerfer einschalten lässt und somit Fehlbedienungen unausweichlich sind, entbehrt sich ebenso jeglicher Logik, wie die „Nightpanel-Funktion“, die nur das Radiodisplay abschaltet, das Leuchtfeuer der übrigen Armaturenbrettbeleuchtung aber teils außer Acht lässt. Hier lohnt der Blick über den Tellerrand nach Schweden:  Die Veteranen von Saab haben schon vor 25 Jahren vorgemacht, wie so etwas funktioniert.

Die Sicherheitsausstattung ist natürlich umfangreich (6 Airbags, ABS, ESC, usw.) und auch der Einzug von Assistenzsystemen wie dem „Spurhaltewarnsystem (LDWS)“ ist löblich, aber in einem Fahrzeug, dessen Zielgruppe sich überwiegend in urbanen Ballungszentren durch den Verkehr wühlt, wünscht man sich eher einen radargestützten Auffahrwarner oder ein Start-/Stoppsystem.

Natürlich gibt es immer Raum für Verbesserungen, aber selbst das augenscheinlich perfekte Auto ist in Summe auch nur eine Momentaufnahme persönlicher Bedürfnisse und Vorlieben. Daher möchte ich meinen kleinen Beitrag mit einem treffenden Zitat von Hyundai Deutschland abschließen:

„Es ist ein rundum erwachsener Eindruck, den der neue Hyundai i20 macht: Außen wie innen überzeugt der neue Hyundai i20 mit seinen Formen, Materialien und einer Ausstattung, die man aus höheren Fahrzeugklassen kennt.“ (Quelle) – Dem ist nichts hinzuzufügen. QUELLENANGABE

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